Artikel von Stefan Bäuchl

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Konjunktursorgen befeuern Wechselbereitschaft von Fachkräften

Fast jede:r Zweite im Finanzbereich plant 2025 einen Jobwechsel – Unternehmenskultur und Entwicklungsmöglichkeiten rücken in den Fokus. Die anhaltend angespannte wirtschaftliche Lage wirkt sich spürbar auf die Zufriedenheit von Beschäftigten im Finanzsektor aus. Eine aktuelle Befragung von Schulmeister Management Consulting unter mehr als 1.000 Fach- und Führungskräften zeigt: Viele denken über einen beruflichen Neustart nach – nicht nur wegen des Gehalts, sondern auch aufgrund von mangelnden Perspektiven und schlechter Unternehmenskultur.

INHALT

Unsichere Wirtschaftslage belastet die Arbeitszufriedenheit

Knapp ein Drittel der Befragten gibt an, dass sich die derzeitige Konjunktursituation negativ auf ihre Zufriedenheit im Job auswirkt. Für rund 28 % wirkt sich die wirtschaftliche Lage sogar direkt auf das Einkommen aus.
Diese Entwicklungen zeigen klare Auswirkungen auf die Wechselbereitschaft:

  • 48 % planen konkret einen Jobwechsel im Jahr 2025,

  • weitere 28 % ziehen diesen Schritt in Betracht.
    Lediglich ein Viertel der Teilnehmer:innen fühlt sich im aktuellen Job langfristig sicher und gut aufgehoben.

Über die Befragung

Insgesamt nahmen 1.054 Arbeitnehmer:innen aus dem Finanzbereich an der Studie teil – davon 93 % aus Österreich und 7 % aus Deutschland. Die Altersgruppe zwischen 36 und 45 Jahren war mit 32 % am stärksten vertreten, gefolgt von den 46- bis 55-Jährigen (31 %) und den 26- bis 35-Jährigen (25 %). Mit einem Frauenanteil von 56 % war das Geschlechterverhältnis leicht weiblich geprägt.

Diese Stichprobe bildet eine erfahrene Zielgruppe ab, die sich mitten im Berufsleben befindet und sowohl Stabilität als auch Weiterentwicklung sucht.

Warum Fachkräfte kündigen wollen – die häufigsten Beweggründe

Neben der wirtschaftlichen Unsicherheit spielen auch unternehmensinterne Faktoren eine zentrale Rolle bei der Entscheidung für einen Jobwechsel. Die drei meistgenannten Gründe:

  1. Fehlende Entwicklungsmöglichkeiten – Wenn Perspektiven fehlen, wird die Suche nach Alternativen zur logischen Konsequenz.

  2. Unzufriedenheit mit Führungskräften – Wertschätzung und Führungsqualität sind zentrale Faktoren für die Mitarbeiterbindung.

  3. Mangelnder Teamzusammenhalt – Ein schlechtes Teamklima kann selbst attraktive Arbeitsbedingungen entwerten.

Die Ergebnisse machen deutlich: Wer Mitarbeiter:innen langfristig halten möchte, muss mehr bieten als nur ein gutes Gehalt. Wertschätzende Führung, gute Zusammenarbeit und transparente Entwicklungspfade sind essenziell.

Was Bewerber:innen wirklich wollen

Blickt man auf die Faktoren, die neue Arbeitgeber:innen besonders attraktiv machen, zeigt sich ein klares Bild – es sind die gleichen Aspekte, die auch zu einer Kündigung führen:

  1. Sinnstiftende und abwechslungsreiche Aufgaben

  2. Ein gutes Miteinander im Team

  3. Ein stimmiges Verhältnis zur Führungskraft

Arbeitgeber, die Fachkräfte für sich gewinnen und langfristig binden möchten, sollten gezielt an diesen Punkten ansetzen.

Wechselgründe: Zwischen Wunsch nach mehr Gehalt und Perspektive

Natürlich spielt auch das Gehalt weiterhin eine wichtige Rolle. Die wichtigsten Motivatoren für einen geplanten Jobwechsel:

  1. Höheres Einkommen

  2. Interessantere Tätigkeiten

  3. Bessere Aufstiegschancen

Wie die österreichische Tageszeitung Die Presse zusammenfasst: „Das Bedürfnis nach finanzieller Stabilität sei so groß wie lange nicht, weshalb das Gehalt der wichtigste Treiber für den Jobwechsel bleibt.“

Bemerkenswert: Die Gründe für den Jobwechsel decken sich mit jenen für die Wahl eines neuen Arbeitgebers. Wechselwillige Fachkräfte sind also nicht nur auf der Suche nach kurzfristigen Vorteilen, sondern streben nach ganzheitlicher Verbesserung ihrer beruflichen Situation – finanziell, inhaltlich und kulturell.

Die Ergebnisse der Umfrage decken sich mit den aktuellen Marktbeobachtungen von Schulmeister. Stefan Bäuchl, MA, Geschäftsführer der Schulmeister Management Consulting Hamburg GmbH, erklärt:

"Die aktuelle wirtschaftliche Lage sorgt bei vielen Arbeitnehmer:innen für Unsicherheit – insbesondere, wenn Gehälter stagnieren oder die Inflation die Lebenshaltungskosten spürbar erhöht. Wir erleben in unseren Gesprächen, dass finanzielle Stabilität für viele zur obersten Priorität geworden ist. Gleichzeitig spielt aber auch die Arbeitsplatzqualität eine entscheidende Rolle: Wer sich im Unternehmen nicht wertgeschätzt fühlt oder keine Perspektiven sieht, schaut sich aktiv nach Alternativen um. Arbeitgeber, die wettbewerbsfähige Gehälter bieten und ein attraktives Arbeitsumfeld schaffen, haben die besten Chancen, ihre Talente langfristig zu halten."

 

Die vollständigen Umfrageergebnisse finden Sie hier:

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Über die Schulmeister Management Consulting Hamburg GmbH

Schulmeister Consulting ist seit über 20 Jahren als Personalberater auf die Vermittlung von Positionen im Finanzbereich spezialisiert und besetzt jährlich rund 650 Experten- und Führungspositionen im Accounting, Controlling und Tax.

Neben dem deutschen Markt sind wir an mehreren Standorten in Österreich und Tschechien aktiv und beschäftigen ein Team von rund 60 Kolleg:innen.

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